Manche Lieder sind so eingängig, dass der Zuhörer automatisch an ein anderes Lied denkt. Und manche Gruppen oder Sänger erkennt man nicht nur an ihren Stimmen: Sie haben einen bestimmten Stil und oft auch den selben Komponisten, der auf gleiche Tonfolgen und Rhythmen zurückgreift. So scheint es bei den No Angels zu sein, die am Donnerstag den Grand-Prix-Vorentscheid mit dem Lied "Disappear" gewonnen haben und es klingt wie "Break The Silence" von der Sängerin Steffi List, angeblich zumindest.
Oben: Der Refrain von No Angels' "Disappear", unten: Steffi Lists "Break the silence"
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Profit, statt Schaden
Ralf Quibeldey versichert, dass dem NDR bereits vor Weihnachten der Song "Disappear" in einer Layout-Einspielung vorlag - also mindestens drei Wochen, bevor "Break The Silence" von Steffi List durch Stefan Raab bekannt wurde. Der Texter von "Disappear", teilt mit, dass er die Musik seines Songs erstmals am 8. Januar 2006 aufgenommen habe. Am 5. November sei "Disappear" fertig geworden. Gegen ein Plagiat spricht auch, dass beide Lieder von Nik Hafemann betreut wurden - ein und dem selben A&R-Manager bei Universal. Ihm kann auf keinen Fall an einer juristischen Auseinandersetzung gelegen sein, auch wenn derzeit beide Lieder wegen der Vorwürfe besonders häufig im Radio zu hören sind. Zumindest die Künstler nehmen also durch die Anschuldigungen zunächst wohl keinen Schaden - sie profitieren sogar davon.
Quelle: Frankfurter Allgemeine vom 12.03.2008